Klassenzusammenkunft
Jahrgang 1957
Jahrgang 1957
Wer ist denn das ?
Name : Ursula Perrin (Sailer)
Geburtstag : Zivilstand:
Wohnort :
Beruf :
Hobby :
Mobil :
Mail : ursula.perrin@bluewin.ch
Homepage :
Mein Glück, war im Rebberg oberhalb der Trotte aufzuwachsen.
In unserer Nachbarschaft gab es nur Jungs zum Spielen, und
ich war ein ziemlich wildes Kind, welches auf Bäume kletterte und Fussball
spielte.
Auch war ich eher scheu, introvertiert und wusste oft nicht,
wie ich mich wehren sollte. Meine Antipathie gegen Ungerechtigkeiten, die in
der Welt passierten, war sehr ausgeprägt.
Ungeduldig und wissensbegierig wie ich war, musste sich mein
Bruder wehren, seine Hausaufgaben selber zu machen 😉
In der 1. Klasse bei Fräulein Reck bemerkte ich bald, dass
ich ein enormes Problem hatte, ein «b» von einem «d» zu unterscheiden.
Stundenlang versuchte meine Mutter mir erfolglos den Unterschied begreiflich zu
machen.
Eine Ohrfeige ist eine bleibende Erinnerung an die zweite
Klasse bei Fräulein Twerenbold, weil ich Schu(h)le mit h geschrieben hatte
(willkommen in der Legasthenie).
Ein anderes Mal sollten alle Mädchen mit dem mitgebrachten Taschentuch
winken. Leider hatte ich kein Taschentuch dabei. Da ich ausschliesslich Hosen trug
und nie ein Kleid oder einen Rock mit Schürze (in welche das Taschentuch
gesteckt wurde) tragen wollte - damit konnte man nicht gut auf Bäume klettern -
hat Fräulein Twerenbold mich angehalten, gefälligst in Rock und Schürze zur
Schule zu kommen. Meine Antwort lautete, dass sie das mit meiner Mutter besprechen
müsse, sie gebe mir die Kleider, die ich anziehen sollte.
Die Schulzeit von der 3. bis 5. Klasse bei Lehrer Knecht ist
mir in unguter Erinnerung geblieben. Ich fühlte mich als schwarzes Schaf, vom
Lehrer nicht geliebt. Er hat es mich spüren lassen. Vielleicht gehörte ich
nicht der richtigen Religion an?
Einmal sagte er zu mir: «Mit deiner Sauschrift wirst du es
nie zu etwas bringen.» Das hatte mein Selbstvertrauen noch mehr geschwächt.
Schon früh kristallisierten sich meine sportlichen und
kreativen Seiten heraus. Alles, was mit Sport, Handwerk, Kunst und Musik zu tun
hatte, faszinierte und motivierte mich.
Ich nahm von der Schule aus an Leichtathletikmeetings des
Kantons Aargau teil. Ich machte Skiwettbewerbe,
Schwimmen und Turmspringen. Sport gab mir den Ausgleich zur Schule.
Mit Paola de Coppi und Anne Käthi Endres zusammen habe ich Altflöte
in der katholischen Kirche in Ennetbaden gespielt.
Ich hatte gute Freundinnen, mit denen ich oft zusammen war.
Wir (Madeleine, Martina, Lisa und ich) gründeten einen Club «die
4 Musketiere». Die Aufnahmeprüfung war so schwierig, dass niemand sonst in den
Club reinkommen konnte.
Der allerschönste Einschnitt in meiner Kindheit war ein Hund
namens Lumpi, den mir meine Eltern 1964 schenkten.
Als auch Martina einen Hund bekam, waren wir kaum
mehr zu trennen.
Meine Eltern waren mit Rohrbachs (Eltern von Hanspeter), die
einen Milchladen an der Rebbergstrasse führten, gut befreundet. Ich liebte es,
ab und zu mit Vater Rohrbach auf Milchtour zu gehen und manchmal auch die Milch
im Hertenstein von den Bauern entgegenzunehmen.
Einmal die Woche kam bei uns Frau Frei von der Kalberweide mit
Gemüse, Kartoffeln und Früchten vorbei, geladen auf einem Wagen, welcher von
einem Pony gezogen wurde.
Sofort hatte ich mich in Zita, ein Islandpony, verliebt.
Immer häufiger ging ich mit der Bäuerin auf Tour und half Äpfel auflesen, damit
ich auf dem Pony reiten durfte.
Mit zwölf wollte ich dann die Kunst des Reitens erlernen und
arbeitete (Gartenzaun streichen etc.), um mir das erste Reitabonnement zu kaufen.
Lehrer Knecht hat mich damals für die Oberstufe eingetragen,
was mich sehr unglücklich machte. Ich bewies, dass ich es besser konnte. Meine
Aufnahmeprüfung für die Sekundarschule war der beste Abschluss aller Teilnehmenden.
Zu meiner Berufswahl wollte ich unbedingt etwas mit Tieren/Pferden
machen. Zuhause hatte ich ausser dem Hund noch viele andere Tiere, die mir viel
bedeuteten. Meine Wünsche habe ich ohne die Rechnung meiner Eltern gemacht.
Diese bestanden darauf, dass ich einen «richtigen» Beruf lerne. Zur Auswahl
standen: technische Zeichnerin oder KV.
Niemals, sagte ich, werde ich so eine Büroamsel und ich wollte auf keinen Fall als
Sekretärin arbeiten. Als technische Zeichnerin hätte ich zur BBC gehen müssen,
welche mir viel zu gross erschien und ich mich unwohl fühlte und ängstigte.
Rückblickend muss ich meinen Eltern natürlich Recht geben. Ich
habe das KV gemacht und lernte eine neue Welt kennen. Nur die Bewegung, der
Sport, hat mir anfangs unglaublich gefehlt und ich hatte Mühe, die ersten
Monate ruhig auf einem Bürostuhl zu sitzen.
Ich suchte nach einem Ausgleich; z. B. in der Leichtathletik
in der Aue, war mit Madeleine Marti im Handballverein ARTV, im Judo beim
Judovater Hartmann, ging täglich meistens zusammen mit Martina und unseren Hunden
spazieren und reiten.
Ein besonderes Glück war, als ich drei Jahre lang ein Pferd betreuen
durfte. Ich nahm an verschiedenen Dressur-, Spring-, Military- und
Geschicklichkeitsprüfungen teil. Es machte mir nichts aus, morgens um 4 Uhr aus
dem Bett zu klettern, um mit meinem Töffli oder dem Fahrrad in den Stall in Dietikon
zu fahren. So konnte ich meinen Berufswunsch im Hobby wiederfinden.
Als Ennetbadenerin war ich auch an der Fasnacht aktiv. Bei
den Finkenklopfern, einer Guggenmusik, spielte ich B-Horn und Blockflöte. Bei
dieser «Musik» konnte ich so richtig abschalten. Wir hatten eine tolle
Gemeinschaft, Spass beim Üben und Maskenanfertigen.
Nach dem KV-Abschluss ging ich für ein paar Monate nach
Torquay, England.
Kurz zuvor lernte ich im damaligen Baubetrieb meinen ersten Mann
kennen, der mich kurzentschlossen nach England begleitete.
1977, nach unserer Rückkehr, zogen wir zusammen in die
Einliegerwohnung seiner Eltern in Würenlingen und ich fand am selben Ort eine Bürostelle
bei der Montana-Stahl AG.
Nach nur einem Jahr Montana-Stahl fand ich eine interessante Stelle in der Kanzlei beim Bezirksgericht Zurzach.
Im Sommer bin ich mit meiner Arbeitskollegin über die Mittagszeit fast täglich in der Badi Zurzach einen Kilometer geschwommen.
Nach nur einem Jahr Montana-Stahl fand ich eine interessante Stelle in der Kanzlei beim Bezirksgericht Zurzach.
Im Sommer bin ich mit meiner Arbeitskollegin über die Mittagszeit fast täglich in der Badi Zurzach einen Kilometer geschwommen.
Der Wunsch, wieder einen eigenen Hund zu haben, war gross und
wir legten uns einen Siberian Husky zu. Innerhalb von Jahren wuchs der Traum
vom Schlittenhundefahren. Schon bald hatten wir ein ganzes Rudel Siberian
Huskies.
1980 sind wir dann, weil wir eine grosse Anlage für unsere Schlittenhunde in Koblenz fanden, in eine Wohnung in Koblenz umgezogen.
1980 sind wir dann, weil wir eine grosse Anlage für unsere Schlittenhunde in Koblenz fanden, in eine Wohnung in Koblenz umgezogen.
Beim Gericht blieb ich 6 Jahre, bis ich wegen unserem Hobby,
den Schlittenhunden meine Arbeitszeit reduzieren wollte. Das war zu jener Zeit beim
Kanton Aargau nicht machbar.
Eine Bekannte warb mich ab und so wechselte ich 1985 bis
1987 an die Fürsorge- und Vormundschaftsbehörde Regensdorf. Dort arbeitete ich
selbständig und diese Arbeit gefiel mir sehr gut.
In diesen Jahren machte ich viele verschiedene Sportarten, um
fit für den Schlittenhundesport zu sein. Zweimal pro Woche spielte ich Squash und
einmal joggte ich mit meinen Arbeitskollegen über Mittag. Auch das Reiten habe
ich nie aufgegeben.
Als dann eine Stelle auf der Gemeindeverwaltung Koblenz frei
wurde, bewarb ich mich und wurde als Gemeindeschreiber-Stellvertreterin eingestellt.
(So viel zu: Ich will nie auf einer Gemeinde und nie im Büro arbeiten.)
Zusammen mit meinem Mann haben wir uns voll und ganz im Schlittenhunderennsport
engagiert. 1980 war ich die erste Frau in der Schweiz, die mit einem
8-Hunde-Gespann Rennen fuhr.
Als Ausgleich hatten wir im Sommer ein Motorboot am Rhein, welches
gross genug war, um darauf zu schlafen, und man konnte damit Wasserski fahren.
Es war klein genug, dass wir es problemlos auf andere Seen oder Flüsse transportieren
und Urlaub machen konnten. Wir waren, wenn das Wetter es zuliess, fast täglich
auf dem Boot
Bei einer 2-monatigen Reise mit dem Camper fuhren wir von
Calgary bis Anchorage und zurück. In Anchorage haben wir 1988 geheiratet.
1989 kam Marvin, unser Sohn, zur Welt und 1992 unsere
Tochter Kim.
Damals war ich mit meinen Kindern im Mukiturnen und wurde
Leiterin für Eltern/Kind-Turnen.
1996 ging unsere 20-ig-jährige Beziehung in die Brüche. Es
gab eine grosse Veränderung und schmerzhafte Trennung, auch von meinen
geliebten Hunden.
1997 lernte ich meinen jetzigen Partner und Ehemann kennen (es
war Liebe auf den ersten Blick!) Kaum zu glauben, dass mich das Glück noch einmal
erreicht hat und ich die Liebe meines Lebens gefunden habe! Charly hat eine
Tochter, Caroline, die 1983 geboren ist und ich bin sehr stolz, dass ich ein
drittes «Kind» in meine Familie bekommen habe.
Nach drei Jahren Fernbeziehung habe ich mich entschlossen,
zusammen mit meinen Kindern, Hund und Katze, in die Westschweiz zu ziehen. Seit
2000 wohnen wir in Epalinges bei Lausanne.
Hier wurde ich in den Bricolage-Club aufgenommen, wo wir
Puzzles ausgesägt und bemalt sowie diverse Advents- und Weihnachtssachen
gebastelt haben, um diese dann auf dem Weihnachtsmarkt, zu Gunsten einer
sozialen Institution zu verkaufen.
Auch habe ich einen Schreinerkurs besucht und mir ein
eigenes CD-Möbel geschreinert.
Eine Nachbarin hat mich angefragt, ob ich keine Lust auf
Tanzen hätte. Die Gruppe heisst «la Farandole» und besteht hauptsächlich aus Frauen
und wurde über pro Senectute geführt. Kurzerhand haben sie mich angefragt, ob
ich die Leitung übernehmen möchte und somit wurde ich «monitrice de la danse traditionelle
de tous les pays». Diese Gruppe habe ich gute 15 Jahre geleitet. Wir haben
viele Aufführungen für Leute im Alters- und Pflegeheim oder auch für andere
Anlässe gemacht.
Gleichzeitig habe ich auch ein Diplom als Nordisch-Fitness-Walker
gemacht und habe 6 Jahre lang eine Gruppe geleitet.
Für die Arbeit musste mein Mann öfters mal nach Paris und ich
durfte ihn in die französische Hauptstadt begleiten. Ich war mega stolz und
froh, dass ich jetzt ziemlich gut Französisch sprechen und verstehen konnte.
Wir sind viel gereist. In Irland waren wir sechs Wochen lang in einer Business Schule zur Weiterbildung in der englischen Sprache.
Durch meine Eltern haben wir Verbindung mit indischen Freunden, welche wir besucht haben, einmal auch zusammen mit Martina Funk zu einer Hochzeit.
Auch in Thailand waren wir - durch und mit einer thailändischen Freundin - auf Reisen.
Wir sind viel gereist. In Irland waren wir sechs Wochen lang in einer Business Schule zur Weiterbildung in der englischen Sprache.
Durch meine Eltern haben wir Verbindung mit indischen Freunden, welche wir besucht haben, einmal auch zusammen mit Martina Funk zu einer Hochzeit.
Auch in Thailand waren wir - durch und mit einer thailändischen Freundin - auf Reisen.
Zusammen mit Charly habe ich Badminton und Squash gespielt, er
hat mich zum Langstreckenlauf gebracht (ich ihn zum Schlittenhundesport). Mein
Ziel war, einmal einen Marathon zu laufen, aber es kommt bekanntlich anders als
man denkt. Stolz bin ich trotzdem, dass ich mehrere Halbmarathons gelaufen bin.
Im Winter haben wir Skigymnastik gemacht. An ein paar
Wochenenden sind wir dann zusammen mit dem Trainer zum Skifahren in die
nahegelegenen Alpen gefahren.
Durch Verletzungen und Krankheit (mein persönlicher
Marathon) wurde meine Beweglichkeit enorm eingeschränkt. Mein geliebter Sport wurde
quasi eingestellt. Nie mehr konnte ich meinen inneren Schweinehund überwinden
und die gleiche Form von früher erreichen.
Zu dieser Zeit (2012) haben wir an einem Theater/Spektakel im Chor von Thierrens mitgewirkt.
Zu dieser Zeit (2012) haben wir an einem Theater/Spektakel im Chor von Thierrens mitgewirkt.
Nach dem Wechsel von Koblenz nach Epalinges arbeitete ich
als Baustellen-Sekretärin für die neue Verbrennungsanlage von Lausanne und für
eine Strassenbaufirma in der Buchhaltung.
2010 fand ich einen Job an der Uni Fribourg als rechte Hand und
administrative Assistentin eines Professors. 2023 mit 65 Jahren, ging
ich in Rente.
Vor ungefähr 15 Jahren haben wir - durch eine Freundin aus
der Schlittenhundezeit - S-Lappland entdeckt. Wir waren beide gleichzeitig fasziniert
von der Landschaft, dem Licht, der Natur, den Menschen, der Stille und den
Begegnungen mit Tieren. Wir haben uns - was ich niemals für möglich hielt - schockverliebt
in ein Land.
Mit unseren beiden Schlittenhundemädels, die heute 14 ½
Jahre alt sind, halten wir uns ca. 6 Monate im Jahr in Schwedisch Lappland auf.
Im Winter können die Temperaturen bis zu - 420 (dieses
Jahr sogar - 50 0= ) fallen und es kann auch gut sechs Meter Schnee
fallen.
Wir wandern fast täglich mit den Langlaufskiern direkt von unserem Haus aus. Machen Skijöring mit unseren Schlittenhunden und wir helfen als Volontäre mit bei einem grossen Schlittenhunderennen (300 km), dem Tobacco Trail.
Wir wandern fast täglich mit den Langlaufskiern direkt von unserem Haus aus. Machen Skijöring mit unseren Schlittenhunden und wir helfen als Volontäre mit bei einem grossen Schlittenhunderennen (300 km), dem Tobacco Trail.
Nach wie vor singen wir im Choeur-Mixte de Thierrens (la
voie des campagnes) seit über 13 Jahren und spielen dort auch Theater. (Eine
echte Herausforderung, denn es ist alles auf Französisch.)
Im Sommer stocken wir Holz für den Winter, malen und erledigen
Arbeiten, die man nur im Sommer ausführen kann.
Wunderschöne Wanderungen in der Natur, ein See, in dem man baden kann, Freunde treffen lassen uns die innere Ruhe erfahren.
Wunderschöne Wanderungen in der Natur, ein See, in dem man baden kann, Freunde treffen lassen uns die innere Ruhe erfahren.
*Enkelkinder haben wir noch keine, *Nachtrag: Betonung auf
noch keine… Wir haben gerade am Sonntag, 23.6. erfahren, dass sich das noch
dieses Jahr ändern wird! 😊
Jeden Tag geniesse ich das Leben mit Familie und Freunden.
*Anmerkung zum Bild:
Meine Blessuren im Gesicht auf dem Klassenfoto stammen von
einem Unfall, den ich einen Tag zuvor auf dem Schulweg hatte. Ein Vespa-Fahrer
hat mich mit Vollgas verfolgt und mein Gedanke war, so schnell wie möglich die
Bachtalsteig-Treppe zu erreichen, weil er diese nicht runterfahren konnte. Ich rannte
um mein Leben, verlor das Gleichgewicht und fiel voll auf die Nase.! Mein
Verfolger gab zum Glück auf.